Fortsetzung Tag 10 – Segeln unter Windstärke 8

IMG_5825

Gegen Mittag sollte dieser Traum erstmal ein Ende haben. Der Wind frischte nun zunehmenst auf. Aus zuvor schönen 15-20 Knoten Wind wurden schnell 30 Knoten Wind direkt aus der Richtung kommend in der wir hinwollten. Die Wellen türmten sich vor uns auf und waren nun schon insgesamt deutlich höher als unser Schiffsrumpf. Kurzerhand wurden die Segel gerefft. Nun gehörte doch schon einiges an Erfahrung dazu, dass Boot auf Kurs und in den Wellen stabil zu halten. Jan übernahm ab dann das Steuer und ritt gekonnt alle Wellen ab. Wir hatten nun eine Krängung erreicht, die mich zunächst einige Male ganz schön blass werden ließ. Aber so ein Boot kann ja bekanntlich einiges aushalten. Jan lächelte nur darüber. Etwas Sorge bereitete uns die einbrechende Dunkelheit und der einfach nicht mehr nachlassende, eher noch mehr zunehmende Wind und Wellengang. Wir mussten abdrehen. London zu erreichen war einfach nicht mehr möglich. Bereits 10 Stunden hatten wir bis dato mit dem Wetter gekämpft. Einige Male überschlugen sich die Wellen auch noch einmal über uns und durchnässten uns trotz Segelbekleidung bis auf die Unterhose. Skipper Jan rauchte genüsslich seine Zigaretten, wobei er die ein oder andere immer wieder neu anzünden musste. Die Gischt peitschte nur so in unseren Gesichtern. Bea und Matze hielten derweil Wache. Matze, teilweise unter Deck am AIS und Navigationssystem, wurde einige Male ganz schön durch die Kajüte geschmissen. Dann endlich Land in Sicht. England. Wow. Wir konnten es nicht fassen. Matze versuchte unter Deck derweil über Funk Kontakt mit einem Hafen aufzunehmen. Das größte Problem der umliegenden Häfen stellte zu diesem Zeitpunkt die Wassertiefe auf Grund der Gezeiten und unseres großen Kiels von 2,35 Meter da. Nur ein Hafen kam letztlich in Frage. Lowestoft. „Habor Contol Lowestoft, Harbor Control Lowestoft, here speaks Polaris, can you here me?” Einen fremden unbekannten Hafen in der Dunkelheit bei Wind, Welle, Gezeiten und anderem Schiffsverkehr anzufahren ist schon ein ganz schönes Stück Arbeit. Einen großen Respekt dem Jan und allen anderen Seglern die sich jederzeit durch solches Wetter wagen. Mit Teamarbeit und dem Kontakt mit der Hafenkontrolle ging es dann in den Hafen, wenig später dann gleich zu Bett. London ließ eine weitere Nacht auf sich warten.

One Response to “Fortsetzung Tag 10 – Segeln unter Windstärke 8”

  1. Carsten 20. August 2013 at 20:46 #

    Der coolness-Faktor Jan 😉 auf das der Atlantik angenehmer wird !

Jetzt einen Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

+