Zwischen Spanien und Portugal

11:30 Uhr Anker auf, aus der Bucht heraus und Segel hoch. Auf 180 Grad unter Segeln nach Süden bis uns der Seenebel einkreiste. Aus Sicherheitsgründen mussten die Segel runter und der Motor an. Die Einfahrt nach Baiona führte vorbei an vielen Inseln mit tollen kleinen Buchten. Wir manövrierten an einem ankerden Tanker, der zierliche 190 m lang war, vorbei. Wir erreichten Baiona und der Weg führte uns relativ zeitnah in die Stadt. Nach einem leckeren Essen noch einen kleinen Abstecher in eine spanische Bar, es wurde eine lange Nacht. Einer der Gründe dafür, dass der nächste Tag relativ träge und an Land verlief. Die hafennahe Festung wurde besichtigt und der Nachbau der Pinta, mit der Columbus in eben unserem Hafen vor langer Zeit ankam sorgte dafür, dass uns bewusst wurde in welchem Luxus man inzwischen auf See unterwegs ist.
image
image

Am frühen Abend kam der Hunger und mit ihm der Jagdtrieb durch, es wurde der Beschluss gefasst unser Abendessen zu fangen. Nach langem Suchen hatten wir das passende Equipment zusammen für den Fang unseres Lebens: Zwei Rollen Angelsehne und ein paar Haken, dazu ein Stück Brot und ein paar Haferflocken. Als wir so auf der Hafenmauer ankamen, konnten sich die dort sitzenden Profiangler ihr Lachen wohl kaum verkneifen. Höchst motiviert hielten wir immer wieder unsere Leinchen ins Wasser, allerdings interessierte dies das Zielobjekt Fisch recht wenig bis gar nicht. Vollkornbrot stand offensichtlich nicht in seinem Speiseplan… Ohne Fang, aber dafür mit noch mehr Hunger ging es zurück zum Boot. Nach dem Abendessen ohne Fisch ging es in die Kojen.
Nach dem Brot- und Gaseinkauf ging es vor dem Frühstück los, weiter in Richtung Süden. Als Ziel hatten wir uns den Hafen Leixões ausgesucht, nicht zuletzt deshalb, weil es an diesem Küstenabschnitt an brauchbaren Alternativen mangelte. Mangels Wind trat Herr Diesel wieder seinen Dienst an und bewegte uns mit ca. 6.5 Kn. Versüsst wurde uns der Tag durch mehrere Begegnungen mit Delphinschulen. Sie folgten uns über sehr lange Zeit, umkreisten das Schiff, sprangen mal links, mal rechts vor uns aus dem Wasser und schienen sehr vergnügt.
image

image

Vielleicht war es auch ein Warnversuch, den wir nicht verstanden. Jedenfalls begann kurze Zeit später der Bojenslalom. Alle paar hundert Meter waren kaum sichtbare Fischerbojen zu umschiffen. Gegen Mittag war Flaggenwechsel und wir führen von nun an die portugiesische Gastflagge am Mast. Als unser Zielort am Horizont auftauchte und mit der Zeit besser zu erkennen war, ging uns kurz der Gedanke durch den Kopf, dass wir uns vielleicht doch einen anderen Hafen hätten suchen sollen: Sehr viel Industrie, jede Menge Tanker und am Schluss noch ein zugiges ungemütliches Eck. 19.30 hatten wir dann festgemacht und Jochen zauberte seine berühmten Bratkartoffeln mit Ei auf den Tisch. Und noch ein Haken, Duschen sind ab 1800 geschlossen.

6 Responses to “Zwischen Spanien und Portugal”