Weiter in Richtung Süden

Erst beim Auslaufen aus dem Hafen von La Coruna bei Tageslicht wurde uns so richtig klar, wie unglaublich lang die Hafeneinfahrt in der vorherigen Nacht wirklich war. Wir haben 3 Stunden unter Motor gebraucht, bis wir um die Landzunge herum und wieder auf offener See waren. Von da an ging es südwärts, leider blieb der Wind allerdings an diesem Tag aus bzw. kam zeitweise zwar stark, aber direkt von hinten. Das störte uns aber nicht weiter, denn beim Betrachten der Cumulonimbus praecipitatio arcus die wir zurückließen wurde uns nochmals bewusst, wie gnädig uns doch Petrus durch die Biskaya gesinnt war. Wir motorten um den nord-westlichsten Punkt Spaniens, entlang der galizischen Küste vorbei am Cabo Finisterre, vorbei an der schroffen und kargen Atlantikküste mit ihren hoch aufgetürmten Felswänden.

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Der Mangel an Wind ließ uns Zeit für allerlei technische und kulinarische Experimente. Die Segellatten wurden fachgerecht verstaut und ein Obstnetz an der Decke im Salon durch unsere Dipl.-Ingenieure Jochen und Gero geplant und erfolgreich installiert. Jan bewaffnete sich inzwischen mit der Bohrmaschine und sorgte für eine fachgerechte Ipad-Befestigung vor dem Backbord Steuerrad. Nun ist die Navigation hinterm Steuer über Plotter, Ipad, Kompass und GPS Gerät möglich.

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Für die Stromversorgung dieser Geräte sorgt nun unter anderem der neu angebaute Hydrogenerator. Zusammen mit der Solaranlage und dem Windgenerator war es uns sogar möglich den Autopiloten einzuschalten ohne besorgt die Batteriespannung im Auge behalten zu müssen. Zur Vermeidung überhöhter E-Konzentrationen (gemeint sind hier Zusatzstoffe in der Nahrung) sorgten Olli und Bea derweil unter Deck für ein äußerst gesundes Mittagessen. Artischockensuppe mit Mungobohnennudeln. Die Konsistenz und die Optik waren eher dem Auswurf eines Außerirrdischen zum verwechseln nahe, aber geschmacklich war es nicht verkehrt. Die gesunde Ernährung endete dann aber relativ plötzlich, als es zum Nachmittagskaffee verdächtig lange haltbare Gebäckteile gab.

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Mit Einbruch der Dunkelheit zog uns lange Zeit ein beißender Geruch und ungewöhnlich warme Luft vom Land entgegen. An mehreren Stellen stieg Rauch auf und dunkelte den klaren Himmel ab. Gegen 22 Uhr ging die Suche nach einem Ankerplatz in der Bucht Ensenada de San Francisco los. Hier waren wir vor Nordwind und Nordwelle bestens geschützt. Nachdem wir die richtige Tiefe gefunden hatten ging es ganz schnell, Anker runter, Boot fest, Topf auf den Herd. Zum Abendessen gab es für die hungrige Meute Spaghetti Aglio e Olio ohne Pepperoni. Der Abend war angenehm mild und es war der erste Tag seit Brest, an dem wir unser Ölzeug während der Fahrt nicht tragen mussten. Wir fahren dem Sommer hinterher!

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