Kulinarisches Eiland inmitten des Atlantik erreicht

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Ziemlich genau 457,9 Seemeilen trennten uns vom Startpunkt auf dem portugiesischen Festland zum kleinen Eiland Porto Santo inmitten des Atlantik. War diese kleine unscheinbare Felseninsel anfangs nur als Zwischenstopp zum Proviantbunkern gedacht, hat sie sich inzwischen tatsächlich als kulinarischer Geheimtipp entpuppt. Nicht nur der Strand mit weißem Sand und glasklarem Wasser laden zum Baden ein, auch das eine oder andere Restaurant bietet lokale Köstlichkeiten. Vor allem das Restaurant Panorama unweit der Marina bietet nebem sehr gutem und bezahlbarem Essen einen exzellenten Service. Niemand von uns hätte vermutlich geglaubt, so etwas ausgerechnet hier zu finden. Aber wie kamen wir überhaupt hierhin?
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Nachdem wir am Abreisetag Festland Portugal hinter uns gelassen hatten, freute sich die gesamte Crew nebst Skipper Jan auf ein paar spannende Segeltage auf dem vemeintlich rauhen Atlantik. Jeder hatte vermutlich andere Erwartungen, aber alle waren gespannt auf die neuen Erfahrungen, die das Fahrtensegeln so mit sich bringen. Wie lassen sich die letzten Tage also am besten zusammenfassen? Unglaublich schön trifft es am besten.
Der Atlantik empfing uns am Montagmittag nach Start in Vilamoura zunächst mit 5kn Wind und frischte am Abend auf 10kn auf. Dieser Wind begleitete uns bis Donnerstagabend, um dann wie vorhergesagt auf 15-20kn aufzufrischen. Die ersten Tage auf hoher See waren also geprägt von Leichtwindsegeln unter Blister, begleitet von ungewohnter Stille, Sonnenauf und -untergängen, Sternenklaren Nächten und einem durchgängig fast taghellen Mond. Für Viele sicherlich unerwartet, zeigte sich der große Atlantik von seiner sehr seichten Seite und so fanden wir uns teilweise in völliger Flaute auf mehr als 4000 Meter Wassertiefe wieder. Delfine und eine Schildkröte zeigten sich uns zwischendurch und da die Schildkröte ein Bein aus dem Wasser hielt, waren wir uns einig, dass sie per Anhalter durch den Atlantik ziehen möchte. Leider aber nicht in unsere Richtung, also weiter gen Westen.
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Das faszinierendste allerdings war das Gefühl, wie bei „Täglich grüsst das Murmeltier“, jeden Tag der gleiche Ausblick: Wasser, Himmel, Sonne, ein Boot und vor allem Ruhe, sowie Stille, saubere Luft, tiefblaues Wasser und sonst nichts. Man könnte meinen, eine Feder ins Wasser halten zu können, um damit etwas auf Papier schreiben zu können. Wie klar das Atlantikwasser aber tatsächlich ist, merkt man erst dann, wenn sich die Delfine ihre Rennen ums Boot liefern. Wenn sie in mehreren Metern Tiefe rund um die Polaris tauchen, sieht man erst, wie sauber das Wasser hier mitten auf dem Atlantik noch sein kann.
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Am Donnerstagabend frischte der Wind dann deutlich auf und wir zogen ein Reff nach dem anderen rein. Nachdem die Tage inmitten der hohen See von wenig Wind geprägt waren, war die letzte Etappe vorm Ziel ein wahrer Ritt sag ich Euch. Das heißt trotz der ungewohnt kurzen Ruhephasen durch die ständigen Wachwechsel hieß es 60sm vor dem Ziel noch einmal volle Konzentration für die jeweils wachhabenden Crews. Nach einigen Tagen mit wenig Schlaf, das Land bereits seit Stunden in Sicht, kämpften wir uns also Porto Santo entgegen. Aber immerhin endlich richtig Wind und Welle, es machte richtigen Segelspaß!
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Am Freitagmorgen gegen 8Uhr war nach fünf Tagen zum ersten Mal Land in Sicht und vier Stunden später liefen wir ziemlich erschöpft in die Marina von Porto Santo ein. Nur einer zeigte sich davon völlig unbeindruckt, nämlich der lokale Zollbeamte beim Eintippen unserer Ausweise beim Einklarieren. Nach geschlagenen 30 Minuten konnte wir endlich richtig ankommen und erst einmal ein Bad in def frischen See genießen. Mehr zu Santo Porto dann beim nächsten Mal.

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