Die Zeit im Kielwasser

Die Zeit an Bord sinnvoll zu nutzen, bedarf einer hohen Disziplin und klarer Ziele. Der Bordalltag bei mehrtägigen oder mehrwöchigen Segeletappen richtet sich sehr stark an einem wechselnden Wachsystem für jedes Crewmitglied aus. Damit entsteht ein sehr unregelmäßiger Rhythmus, der jeden unterschiedlich fordert. Wir sind hier oft bereits mit der Navigation und Instandhaltung des Bootes, der Versorgung von Crew sowie den täglichen persönlichen Routinen ausgefüllt. Zur Erhaltung der geistigen und körperlichen Fitness sind kleine Übungen zur Dehnung und gezielten Stabilisierung des Körpers empfehlenswert. Damit sind bereits viele mental überfordert, bedeutet die Reise allein oft schon Verzicht und Minimalisierung der gewohnten Bedürfnisse. Allerdings liegt gerade in dieser minimalen Lebensführung die Chance für neue Energien und beflügelnde Erlebnisse des eigenen Ich´s. Je länger die Seezeit, umso schöner der erste Landgang. So war es auch bei uns. Allein der Anblick von Galapagos erfüllte uns mit Demut und Stolz. Auf dem Wasserweg diesen bedeutenden Ort für die Erkenntnisse zur Evolution zu erreichen, bedeutete ein Stück inneres Glück für uns. Der Anker fiel in der Bucht, der erste Besuch an Land überraschte uns mit der vollen Packung Wildnis- Pelikane, Seelöwen, Blaufußtölpel, Schildkröten … Hier gibt es Natur und Leben pur. Neugierde und Vertrauen prägt die Tierwelt. Aus Mangel an schlechten Erfahrungen wird der Mensch instinktiv nicht als Bedrohung wahrgenommen. Die Seelöwen enterten umgehend alle Boote auf die sie gelangen konnten, inkl. Schlauchboote. Einmal drin- nicht wieder raus hieß die Devise!

Für mich bedeutet die Reise auch, die Verbindung zu Teamgeist und espoto sicher zu stellen. Als Teil dieses Projektes haben mich im ersten Monat die Sicherstellung und das Lernen der verschiedenen mobilen Kommunikationsarten voll gefordert. Zusätzlich zur vollen Einbindung in die Abläufe an Bord sowie die Verantwortung für Material und Mensch kam die inhaltliche Auseinandersetzung mit komplexen Fragen der Unternehmen in der Ferne. Ich fühle damit die gleiche Beanspruchung wie viele Teammitglieder in Deutschland und unsere internationalen Partner. Die Lernkurve ist extrem steil und bringt die Organisation voran. Mein Arbeitspensum lässt mich an Bord die Funk- und Satellitentechnik ausschöpfen und an Land jede mögliche Wlan Location suchen. Dazu ein Umfeld, was zum Entdecken einlädt und schier nach Abenteuer ruft.

 

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