Als Segellaiin unter Segelprofis

Mit gemischten Gefühlen und vielen offenen Fragen ging ich am 03.05.14 auf Raiatea, (Tahiti), auf die Polaris an Bord.
Wie groß ist die Yacht und wie ausgestattet? Auf welche Menschen würde ich treffen? Welche Aufgaben könnte bzw. müsste ich übernehmen? Wo und wie würde ich an Bord schlafen?

Ich hatte keine Ahnung was auf mich zukommen würde. Ich hatte mich in keiner Weise vorbereitet. Ich besitze keinen Segelschein und keinerlei Erfahrung. Ich kannte kaum Segelbegriffe, und Knoten eher nur im Taschentuch. Ich habe noch nie zuvor auf einem Segelschiff übernachtet. Ich war mir nicht sicher, wie ich mit meinen gefühlten jugendlichen 30 Jahren, -real 56 Jahren, meine gewählte Segeletappe physisch und psychisch verkraften würde.

Was ich mit an Bord brachte waren vor allem große Neugier und noch größeres Vertrauen in den Skipper Micha, den ich seit ca. 15 Jahren durch seine Teamgeist Firmenevents kenne.
Von Micha, und der anwesenden Crew Isabel, Gabi, Matze, Dani und Frank wurde ich sehr freundlich empfangen und in für mich unzählige Neuheiten und Besonderheiten eingewiesen, Wie sollte ich das alles behalten und im entsprechenden Moment richtig machen? Mir wurden geduldig Fragen beantwortet, Dinge gezeigt und erklärt.

Bei Micha konnte ich förmlich während des ganzen Törns den Kopf rauchen sehen, was für mich bedeutete, er entscheidet und handelt absolut wohlüberlegt nach seiner Prämisse: zuerst die Sicherheit der Crew, dann die der Polaris, und danach kommt alles andere. Das gab mir in jeder Situation das Gefühl gut aufgehoben zu sein mit diesem erfahrenen verantwortungsbewussten Skipper an Bord. Und so stemmten wir jeden Tag gemeinsam neue Segelherausforderungen und meisterten zu viert, am Schluss sogar zu dritt die Etappe von Bora Bora nach Tonga mit Bravour. Entsprechend gilt mein Respekt und Dank Micha und meinen Mitseglerinnen Dani und Tigs.

Beim Zusammentreffen mit den Skippern und Crews von anderen Segelschiffen wurde ich stets freundlich aufgenommen und ich merkte wie selbstverständlich es ist, dass hier jeder jedem hilft.

Es eröffneten sich für mich Wege des Reisens, wie ich sie zuvor noch nicht kennen gelernt hatte. Alle meine Erfahrungen in diesen 4 Wochen möchte ich nicht missen, auch wenn online casino sie manchmal anstrengend und unbequem waren. Es waren vor allem die Begegnungen mit den Menschen an Bord und an Land, die für mich die Reise zu etwas Besonderem werden ließen.

Ich habe gelernt, dass beim Segeln erstrangig das Wetter und das Schiff die Bedingungen, Regeln und Möglichkeiten vorgeben. Manchmal hätten wir gerne an schönen Orten angelegt, wären gerne länger oder kürzer geblieben, es war nicht möglich weil Wetter oder Anlegebedingungen nicht passten. Manchmal haben wir Orte oder Dinge entdeckt und Erfahrungen gemacht, an die hatten wir im Traum nicht gedacht: sieben Schwarzspitzen Riffhaie umringen unser Boot beim Ankern vor einer unbewohnten Insel, wunderschöner Kirchengesang zog uns, – gerade aufgewacht in der Koje, oder schon beim Yoga/Frühstück an Deck -, in seinen Bann, wenn er morgens um 6 Uhr vom Festland auf unser Schiff schallte, Fische tanzen im Kreis vor uns an der Wasseroberfläche, Millionen von Glühalgen nachts in unserem Fahrwasser lassen uns denken, die Sterne seien ins Meer gefallen, und einen Regenbogen in einer Vollmondnacht hatte von uns zuvor noch niemand gesehen. Kein einziger Tag und keine Nacht waren langweilig.

Als Micha mich am 4.06.14 mit dem Dingi zum Festland brachte, und mir bewusst war, das ist kein Tagesausflug wie diverse Male zuvor, sondern es ist der Beginn meiner Rückreise, kam in mir ein Gefühlssturm mit unberechenbaren hohen Wellen auf.

Gerne möchte ich noch einmal zu einer Etappe auf die Polaris zurückkehren.
Ich freue mich für alle die jetzt an Bord sein können und für alle die noch an Bord gehen werden. Es wird wohl jeder ähnlich einzigartige und unvergessliche Erlebnisse haben wie ich, und ein paar blaue Flecken davon tragen.
Meine blauen Flecken sehe ich als „Souveniers“, die mich noch ein paar Tage an das viele Auf und Ab, an das Hin und Her auf Schiff und Meer erinnern werden.
Ich mag die Farbe Blau, das blaue Meer, den blauen Himmel, ich mag „diese blauen Flecken“
.

Hildegunde Ebert, am 05.06.14 von der Polaris zurück nach Berlin .

One Response to “Als Segellaiin unter Segelprofis”

  1. Nikita Braun 3. August 2014 at 12:29 #

    Liebe Hildegunde, ich bereue es nicht mit dir sein. Das war sicher ein super erlebnis. Habe von meiner reise dort noch super erinnerungen.

Jetzt einen Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

+