Acht Tage auf hoher See

Endlich haben wir die lange Fahrt von Vanuatu nach Australien hinter uns gebracht und werden Euch kurz von den Höhepunkten berichten.

Acht Tage sahen wir jeden Tag den Film „Der Ozean“ – wie langweilig war das denn. Glücklicherweise sorgten am zweiten Tag Delfine für Abwechslung, die unser Schiff für eine Stunde begleiteten und quasi Vorboten für den nahenden Geburtstag von Anni waren. Dieser gestaltete sich als große Herausforderung. Sowohl die Aufgaben „Kuchen backen“ und „Kerzen anzünden ohne das Boot abzufackeln“ waren bei Wellengang recht schwierig.

Der bewegliche Herd diente als Geburtstagstisch. Da das Geburtstagskind leider etwas zu früh ihre Koje verlassen hatte und die anderen mit den Vorbereitungen noch nicht fertig waren, wurde Anni eiskalt fünf Minuten in der Toilette eingesperrt. Unglücklicherweise vertrug Anni den Wellengang unter Deck in einem beklemmenden, muffigen Raum nicht wirklich und schaffte es somit grad noch, die Kerzen auszupusten.

Oben an Deck wurde dann genüsslich der selbst gemachte Kalte Hund verzehrt. Es gab ein Ständchen und Blümchen und sogar Geburtstagstelefonate vom anderen Ende der Welt. Die restlichen Tage verbrachten wir mit Fischen, Lesen, richtige Filme gucken (inzwischen dürften wir wohl so gut wie jeden Film der Festplatte durch haben), Essen, Schlafen, Rumliegen und Quatschen.

Die Eltern zwangen uns regelmäßig zum online casino Abwasch, der am Heck in kniender Position mit Salzwasservorwäsche durchgeführt wird. Daher beschlossen wir, nicht mehr so viel zu essen (was allerdings eher andere Gründe hatte, denn eine lange Seefahrt macht von allein satt, komischerweise). An einem windstillen Abend packte Ricco die Leinwand aus, mit der wie sozusagen ein Heimkino mitten auf dem Pazifik genießen durften.

Spannend wurde die Riffdurchfahrt. Mit so einer Waschküche, verursacht durch die Gezeitenströmung, Wind und Wellen bis zu 3 m aus allen Richtungen, hatten wir Kinder nicht gerechnet. Unseren Skipper durften wir nicht ansprechen, der steuerte hoch konzentriert das Schiff Richtung Festland. Als unser Ziel auftauchte, war das ein Wahnsinns Glücksgefühl. So viele Tage auf See geschafft und bald wieder Boden unter den Füßen zu haben, das war einfach umwerfend.

In Australien, genauer gesagt in Mackay, angekommen, mussten wir erst die Untersuchung des Zolls und der Hygienekontrolleure über uns ergehen lassen. Diese rückten sogar mit Hunden an, die Schuhe anhatten. Auch wenn wir eigentlich davon ausgingen, dass die Polizisten Erfahrung mit Schiffen und Niedergängen haben, fiel dennoch einer hinunter, gefolgt vom Hund. Glücklicherweise mussten wir Dank unserer im Vorfeld durchgeführten gründlichen Putzarbeiten nicht so viel unserer Sachen abgeben- im Gegensatz zur Crew neben uns, die ihre kompletten Tauchausrüstung los wurde.

Danach durften wir wieder einmal unserer „Lieblingsbeschäftigung“ nachgehen: Putzen. Der ganze Dreck, verursacht durch die Einklarierungsgesellschaft, musste entfernt werden. Nachdem auch diese Herausforderung gemeistert war, gestaltete jeder seinen Nachmittag selbst. Die einen gingen duschen, andere schliefen und wieder andere suchten verzweifelt nach WLAN. Der erste Tag in der Mackay Marina endete mit Essen gehen und dem beruhigenden Gedanken, dass wir so schnell nicht wieder den Pazifik überqueren und ohne Wellengang schlafen können.

Anni, Jenni & Pascal

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