Halbzeit zwischen St.Helena und Brasilien

Wir haben gestern die Uhr zum zweiten Mal um eine Stunde zurückgedreht, um unsere Bordzeit der tatsächlichen Zeit entsprechend unserer Position nach den Längengraden anzupassen (auf UTC-1). D.h. nach deutscher Zeit sind wir zwei Stunden zurück. Chris und ich philosophieren in der Nachtwache manchmal über das nasskalte Wetter in Deutschland, wenn eine Nachricht kommt, dass jemand mit Erkältung zu kämpfen hat. Und schlussfolgern, wie gut es uns hier auf dem Südatantik geht. Tagsüber nur mit einem kurzen Höschen bekleidet unter dem Biminitop und nachts nur dünne Oberbekleidung hinzu. Die Luft hat tagsüber 32 Grad im Biminischatten und das Atlantikwasser 26 Grad.

Seit vorgestern Abend haben wir wieder etwas mehr Wind, so dass wir mit 6 bis 8 Knoten gut vorankommen und vor allem der Schiffsdiesel nicht mehr rattern muss. Seit St.Helena dümpelten wir mit einem extrem schwachen Wind so dahin. Essen und Trinken ist zwar genügend an Bord. Nur mit dem Diesel, denke ich, wird es vermutlich knapp werden. Leider haben wir durch den casino online fehlenden Wind auch einige Plätze verloren, weil die meisten anderen Yachten, mit stärkeren Motoren und Festpropellern ausgerüstet, in den Flautenzonen schneller voran kamen, als wir mit unserem Faltpropeller. Dieser zeigt seine Vorteile, mit geringerem Widerstand, erst beim Segeln. Das war hauptsächlich der Grund, warum wir vom zweiten auf den siebten Platz zurück gefallen sind.

Jetzt haben wir ja wieder Wind und unser Faltpropeller kann nun einiges wieder wett machen. Am 31. Januar 01:15 Uhr Bordzeit (UTC-1) oder in Dt. 03:15 Uhr, haben wir die Hälfte der Strecke zwischen St.Helena und Salvador passiert. 966 Seemeilen lag St.Helena hinter uns und 966 Seemeilen vor uns die Bucht von Salvador.

Unser Kontakt mit Fischen ist auch rar geworden, mit Ausnahme fliegender Fische, die wir jeden Tag, manchmal sogar in großen Schwärmen sehen. Aber das Anglerglück lässt seit dem 30 Pfund-Thunfisch auf sich warten. Vorgestern hatten wir zwar einen Biss und ein Großer muss an der Angel gwesen sein. Kurz darauf ließ sich die Angel jedoch ohne Widerstand einholen und der Köder samt Haken war verschwunden. Das Stahlvorfach war glatt durchgebissen. Jeder von uns hätte diesen Burschen zumindest gern einmal gesehen.

Die Barfussroute übern Teich hat trotzdem einiges zu bieten. Dazu kommt die entschleunigte Zeit, die keinen Druck mehr ausübt. Die sozusagen immer weniger wahrgenommen wird. Was haben wir heute eigentlich für einen Tag, wird manchmal gefragt. Und ich kann die Frage auch nicht auf Anhieb beantworten.

Bis bald!

Euer Peter

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