Wir haben Wetter. Und Fisch.

Stellt euch vor, die Erde sei ein schöner, wohlgeformter, runder Teller – von KAHLA versteht sich – gefüllt mit Suppe, abgedeckt mit einer schönen Edelstahl-Cloche.

Genau in der Mitte des Tellers schwimmt die Polaris gleich einer verirrten, neugierigen Fliege vor sich hin. Die kleinen Bewohner des Bootes schauen sich um und sehen rund herum nichts außer Wasser unterm Himmelszelt.

Zehn Seemeilen achteraus, zehn Seemeilen voraus, zehn Seemeilen backbord querab, zehn Seemeilen steuerbord querab: Tiefblauer Atlantik, ein bisschen Schwell, ein paar Wellenkämme. Halt! Wellenkämme! Ein Indiz für Wind und Böen.

Schauen wir einmal hoch an den Himmel. Unsere Käseglocke gestaltet sich abwechslungsreich wie nie.

Dunkle Wolken in allen Richtungen, ein paar Seemeilen voraus, ein paar Seemeilen querab, ein paar achteraus, verteilt wie große Streusel auf einem Kuchen. Dazwischen blauer Himmel oder des Nächtens leuchtende Sterne und Mondschein.

Der Himmel über der Polaris: nicht immer so blau wie hier

Der Himmel über der Polaris: nicht immer so blau wie hier

 

Unter einigen von ihnen sehen wir einen dichten, dunklen Streifen ins Wasser ragen: Regen! Squals, kleine in sich geschlossene Tiefdruckgebiete, sind typisch für die Region, in der wir segeln. Haben wir achterlichen Wind holen sie uns von hinten ein, fahren wir hoch am Wind und sehen das Ungetüm schon vor uns, steuern wir wohl oder übel mitten hinein.

Die erfahrenen Segler wie Skipper Jan, wissen oft fast minutengenau, wann wir nass werden oder wann mit starken Böen zu rechnen ist.

Dann heißt es: Luken dicht machen, Segel reffen, ins Ölzeug schlüpfen und per Hand steuern. Windabfall, plötzliche Böen, Regen, Temperaturabfall, erneuter Windabfall: Squals sind tückisch. So mancher Spinnaker wurde unter ihrer Wucht in Sekundenschnelle zerrissen. Noch genauer weiß es das Radargerät. Farbig markiert sind Regen und Gewitterzellen auf unserem Simrad-Display.

Und immer wieder blitzt es aus einer der Wolken. Wir sind froh, wenn sie weit weg sind und in Lee liegen. Aber schön anzuschauen sind sie schon, die kleinen Feuerwerke, die ins Wasser hineinschießen. In manch einer Nacht begleitet uns das im Minutentakt wieder kehrende Blitzlicht mehrere Stunden lang.

Das Schönste am schlechten Wetter: Es ist irgendwann vorbei und verabschiedet sich nicht selten mit gleichbleibendem Wind, mit Regenbögen, goldenen Sonnenuntergängen und springenden Delfinen. Und wer das nicht glaubt: Die Polaris-Crew kann es bezeugen. Genau das haben wir heute erlebt.

Die Belohnung nach dem Sturm: Regenbogen...

Die Belohnung nach dem Sturm: Regenbogen…

... und springende Delfine bei der Einfahrt

… und springende Delfine bei der Einfahrt

 

Allerdings kam dank Christians Geduld und Tüftelei noch ein 130 cm langer Barrakuda-Fang dazu, den wir uns zum Abendessen haben so richtig schmecken lassen. Mit Reis, Linsen, Zitronenbuttersoße und jeder Menge Pfeffer – ein Rezept von Hilde. Morgen darf Michael dann weitermachen mit Sashimi und Knusperfischfilets. Ich werde mich an Fischsuppe und eingelegtem Fisch versuchen – Rezepte der Segelyachten Alpheratz und Chika-Lu.

Michael zaubert leckeres Sashimi

Michael zaubert leckeres Sashimi

Und spätestens in 5 Tagen ist es dann wieder Zeit für einen neuen Fang.

 

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