Ein Mann, ein Buch – Interview mit Autorin Sheila Rietscher

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Sheila Rietscher im Interview mit Bloggerin und Mitseglerin Carina Hofmeister (hier selbst im Interview).

Sheila, vielen engagierten Lesern bist du längst aus deinen unterhaltsamen und kurzweiligen Blogposts bekannt. Zur Zeit schreibst Du mit Michael an einem Buch. Wir würden gerne noch mehr über dich, deine Zeit auf der Polaris und deine Pläne erfahren. Verrate uns doch kurz, auch wenn das schon einige Zeit zurück liegt, wie Du überhaupt an Bord der Polaris kamst. 

Ja, es gab ein Leben vor der Polaris. Ich arbeitete elf Jahre lang als Marketing Managerin für den Porzellanhersteller KAHLA in Thüringen. Neben dem kreativen Job waren Reisen und Wassersport schon immer meine Leidenschaft. Ich träumte jahrelang von einer Tour, die nicht nach zwei Wochen enden würde, die mich an die entlegensten Orte der Welt bringen würde. Zwar wurde ich sechs Monate zu einem Auslandseinsatz nach Shanghai entsendet, was wirklich aufregend war, aber das Reisen kam eindeutig zu kurz. Es war eben ein Job. Neben meinem Bett stand immer ein kleiner Globus, den ich vor dem Einschlafen gern einmal drehte und mir überlegte, was ich alles entdecken und lernen wollte. Fremde Länder zu erkunden, verrückte Dinge zu essen, Freunde auf der ganzen Welt zu gewinnen und neue Sportarten auszuprobieren, war mir schon immer wichtiger als teure Besitztümer.

Und dann bist Du Hals über Kopf losgezogen?

Von Hals über Kopf ist gar keine Rede. Ich habe jahrelang gespart, viel gelesen, Papierkram vorbereitet und mir überlegt, wo ich meine Weltreise einmal starten wollte. Ich entschied mich für Indonesien. Das liegt von Deutschland aus gesehen ungefähr auf der gegenüberliegenden Seite der Erdkugel. Das reichte eigentlich schon als Grund. Als Taucherin wusste ich, dass es dort wunderschöne Unterwasserwelten gibt und die asiatische Küche war mir auch sehr sympathisch. Ich meldete mich also erst einmal ganz unverbindlich zu einem Divemaster-Kurs auf der Insel Gili Trawangan an. Ich stellte es mir schön vor, danach von dort aus zu einem Segeltörn aufzubrechen. Also schaute ich mich im Forum Hand-gegen-Koje nach Schiffen zum Mitsegeln um. Ich entdeckte die Polaris, schrieb Michael Haufe eine Email und erhielt prompt seine Zusage für die Überquerung des Indischen Ozeans. Nun hatte ich ein Problem: Aus einem Traum war plötzlich ein Plan geworden, der umgesetzt werden wollte. Ich hatte Glück. Mein Chef bot mir großzügig ein Sabbatical an und mein Team ließ mich mit viel Verständnis und ein paar Tränen in den Augen ziehen.

Warum wolltest Du ausgerechnet segeln? 

Ich hatte einige Jahre zuvor ganz zufällig mit dem Kitesurfen anfangen. Auf dem Weg in den Urlaub erzählte mir eine andere junge Frau im Flugzeug von dem seltsamen Sport. Ich fand es sehr faszinierend, mich vom Wind über das Wasser transportieren zu lassen. Ein tolles Gefühl und im Vergleich zum Wakeboarden soviel unabhängiger und umweltfreundlicher. Ich lernte auch, dass das Warten auf den perfekten Wind ziemlich amüsant sein kann. Als später die ersten Freunde ihren Segelschein machten und mich zu einem Törn durch Griechenland mitnahmen, wusste ich schon nach ein paar Stunden, dass ich eines Tages selbst Skipperin sein wollte. Bei Sigurd Koch, Inhaber der einzigen Segelschule in Ostthüringen, meldete ich mich zum Motorboot-, Funk- und Segelkurs und prügelte die Kurse alle in einem halben Jahr durch. Mit Dieter Knopp von der Segelschule Greifswald sammelte ich meine nötigen Seemeilen auf einem Törn durch die Andaman Sea in Thailand. Ein atemberaubendes Revier!

Was hat Dein Umfeld zu Deinen Plänen gesagt? 

Einen Ozean mit einer Nussschale zu überqueren, fand wirklich niemand sonderlich reizvoll. Meine Mutter hätte mir vor Angst um mein Leben und meine Gesundheit am liebsten verboten, an Bord zu gehen. Aber ich war resistent gegenüber jeglicher Kritik und Sorge. Ich hatte mich bestmöglich vorbereitet, mehr konnte ich nicht tun. Außerdem vertraute ich Jan und Michael, die ich zwar noch nicht kennen gelernt hatte, die aber ganz sicher auch in einem Stück angekommen wollten.

Wie war die erste Zeit an Bord? Warst Du seekrank?

Wegen Visa-Angelegenheiten stieg ich erst am Tag des Ablegens in Bali auf die Polaris. Gleich am Anfang bescherte uns der Indische Ozean riesige Wellen und ich holte mir jede Menge blaue Flecken. Die Männer hatten das Boot sehr gut im Griff und wollten mich schonen, so dass ich mir tatsächlich Beschäftigung suchen musste. Ich erfand die Happy Hour, schrieb Lieder, fotografierte viel, schrieb meine Kolumne für das Porzellan und Glas-Magazin und begann, zu bloggen. Wir hatten eine unglaublich lustige Zeit an Bord, aber ich hatte auch den Eindruck, ständig etwas falsch zu machen. Ich wollte unbedingt alles über das Boot lernen und es konnte gar nicht schnell genug gehen. Stattdessen kamen immer wieder Rüffel vom Kapitän. Eine Art des Lernens, über die wir heute lachen. Seekrank war ich zum Glück nicht. Ich habe ganz einfach so lange Tabletten dagegen genommen, bis sich mein Körper an das Gerumpel gewöhnt hatte, meist so zwei bis drei Tage nach dem Ablegen.

Was hat dich auf der Reise am meisten beeindruckt oder bewegt?

Keine einfache Frage, Carina. Was würdest Du darauf antworten? Eigentlich sind es immer die Menschen, die eine Reise wertvoll machen. Ich habe sehr viel aus den intensiven Gesprächen mit Michael mitgenommen. Ich bin wirklich spannenden Charakteren und berührenden Geschichten begegnet. Ich habe wilde Tiere in ihrem Lebensraum beobachtet und bin fast über Bord gesprungen, als uns eine Schule Walhaie vor St. Helena einkreiste. Das Tauchen mit 50 Delfinen vor Fernando de Noronha werde ich nie vergessen. Ich habe bezaubernde Landschaften gesehen, auf Réunion den höchsten Berg im Indischen Ozean bestiegen und am Cape Point den südlichsten Zipfel Afrikas besucht. Ich glaube, diese Nähe zur Natur, auch zur Natur des Menschen, die Reduktion des Lebens auf das Überleben und das tägliche Draußensein – im Englischen übrigens outdoorness – machen diese Ozeanüberquerung so besonders. Ich habe außerdem viel Nützliches gelernt, zum Beispiel eine Kokosnuss zu öffnen, einen Fisch zu filetieren und in einer schaukelnden Küche sieben Seemänner zu bekochen. Das ist mehr, als ich mir vorgenommen hatte. Und ab und zu konnte ich sogar Kurs halten, oder Jan?

Deine Fahrt mit der Polaris ging newt 3.6.2 Indischer Ozean - 137ach dem Indischen Ozean noch weiter. Wie das? 

Daran ist Michael schuld. Er erzählte mir in unseren gemeinsamen Schichten viele tolle Anekdoten aus seinem Skipper- und Unternehmerleben. Ich konnte vom Zuhören gar nicht genug bekommen. Ihm wiederum gefiel mein Schreibstil und so fragte er mich zwischen Mauritius und Südafrika, ob ich glaubte, dass wir genug Material für ein Buch zusammen bekämen. Wir wollten es auf einen Versuch ankommen lassen. Ich blieb also bis zur Karibik an Bord und hatte ein tägliches Date zur Märchenstunde auf dem Vorschiff. Ein Mann, eine Firma, eine Reise, ein Buch – ich fand auch nach längerem Zuhören: Das passt!

Was können wir in dem Buch lesen?

Das Buch wird „Die Teamgeist-Story – Von persönlicher Freiheit und freiem Unternehmertum“ heißen und es ist eine Mischung aus Biographie, Firmengeschichte und Reisedokumentation. Es handelt im Wesentlichen von Michaels Leben, seinen Träumen und dem langen Weg, sie zu verwirklichen, inklusive der Weltumsegelung. Das Buch ist vor allem für Manager, Unternehmer und Selbständige interessant und für alle, die noch ein bisschen Mut brauchen, um ihre Wünsche wahr zu lassen. Wir erzählen von Höhen und Tiefen in Michaels Karriere, von Pleiten, Pech und Pannen und von dem gigantischen Gefühl, etwas lang Ersehntes nach hartem Kampf erreicht zu haben.

Wann und wo ist das Werk erhältlich? 

Die Teamgeist-Story soll noch im Herbst 2015 erscheinen. Das Buch wird ein bisschen größer als A5 und 200 Seiten dick sein. Auf 40 Seiten werden Fotos aus Michaels Leben, aus dem Entstehen der Teamgeist GmbH und von der Weltumsegelung gezeigt. Wer es bestellen möchte, kann dies hier auf der Espotoworldtour-Seite und auf den Teamgeist-Webseiten tun. Die erste Auflage wird von Teamgeist selbst herausgegeben. Die Veröffentlichung eines E-books und den Vertrieb über bekannte Onlineshops wollen wir einem Verlag überlassen. Wer da einen Tipp hat, kann uns gern bescheid geben. Wir sind noch auf der Suche.

Wie fühlst Du Dich, wieder hier in Deutschland zu sein? Vermisst Du das Meer? 

Ja, ich vermisse das Leben auf dem Ozean. Jedoch wird einem in der Ferne ebenso klar, was und wen man zu Hause vermisst. Es ist wunderschön, wieder hier zu sein, liebe Stimmen zu hören und vertraute Gesichter zu sehen. Ich genieße meine Zeit in Deutschland sehr, trotzdem ich meist vor Rechner sitze. Vielleicht fällt mir auch deshalb so leicht, weil ich weiß, dass ich bald wieder davonfliege. Bevor ich sesshaft werde, wartet noch Neuseeland auf mich. Und ich freue mich wie verrückt auf neue Abenteuer in dem letzten großen Ozean, der mir noch fehlt, dem Pazifik. Mal sehn, ob mich der Wind dieses Mal in die geplante Richtung bläst.

 

Buch vorbestellen: So einfach geht’s! 

1. Schritt: Versandadresse, Anzahl der Exemplare und Wunschtext für die persönliche Widmung an marketing@teamgeist.com senden.

2. Schritt: 14,95 Euro (+Versand innerhalb Deutschlands 3,00 €, außerhalb Deutschlands 7,00 €) an die Teamgeist GmbH überweisen, Verwendungszweck: Die Teamgeist-Story, Vorname Name des Empfängers

Teamgeist GmbH
Berliner Sparkasse
IBAN: DE29100500006000007670
BIC: BELADEBE

Ich kenne einen Verlag, der an der Teamgeist-Story interessiert sein könnte: Empfehlung senden. 

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