Very British

Tower Bridge

Tower Bridge


London 24|07|15, 16° und feinster Dauerregen. Während Cptn und Crew die Polaris für ihre letzte Etappe hübsch machen, für mich etwas Zeit die letzte Woche Revue passieren zu lassen.

Nach einem Abstecher nach Portsmouth/ Hampshire (hier liegt die HMS Victory, Lord Nelsons Schlachtschiff in der Schlacht bei Trafalgar) nahmen wir von Gosport aus über das Southampton Water und den Solent Kurs auf Brighton, East Sussex. Wir, das waren auf dieser Etappe Jan, Christian, Gino und ich, Markus. Die 40 sm bis Brighton legten wir bei bestem Wetter und vor dem Wind zurück. Cptn: „Bock auf Spinnaker?“, Christian: „Klar!“ Also Fock weg und hoch damit. So erreichten wir an diesem Tag ziemlich schnell unser Ziel und machten im Brighton Marina fest.
Spinaker Tower Portsmouth

Clipper Round the World Fleet in Gosport

Spinaker sailing to Brighton

Rush hour

Bull ride artificial

WIN

Da wir in Brighton zwei Tage Aufenthalt geplant hatten, war genügend Zeit für Bullenreiten, Minigun-Sessions, Airhockey und natürlich Hopfenkaltgetränke auf dem Brighton Pier (eröffnet 1899) oder Sightseeing. Hier sind der 1815–1822 im Stil indischer Mogulpaläste errichtete Royal Pavilion oder The Lanes – kleine, sehr schmale Gassen mit unzähligen Juwelieren und allerlei anderen Shops – auf jeden Fall einen Besuch wert. Brighton, eine sehr lebendige, junge Stadt.

Ursprünglich sollte unser nächstes Ziel eigentlich Dover heißen, aber der Plan wurde aufgrund des Wetters geändert. So ging es lediglich 20 sm bei Regen, leichtem Nebel, Wind von vorn und unter Motor nach Eastbourne. Eastbourne gehört eigentlich zu den Orten Englands mit den meisten Sonnenstunden im Jahr, man wirbt daher hier mit dem Slogan „The Sunshine Coast“. Für uns traf das bei diesem Aufenthalt leider nicht so ganz zu, aber da ich in den letzten 22 Jahren unzählige Male etwas Zeit hier verbracht habe, kann ich das vom Grundsatz her so beglaubigen. Sehr schade waren allerdings die so nur wenig möglichen Blicke auf die imposante Kulisse der Seven Sisters und den Beachy Head mit seinem markanten Leuchtturm. Bei Sonnenschein und idealerweise etwas Wolkenbewegung ein fantastisches Licht- und Farbspiel, welches zum Verweilen einlädt. Kurz etwas zur Geschichte: unweit des Sovereign Harbour befindet sich das Pevensey Castle, der Ort an dem 1066 Wiliam der Eroberer (Normanne) als letzter die Insel von außen eingenommen hat. Aus dieser turbulenten Zeit stammt auch St. Marys Church unweit vom Castle, erbaut 1080.
Beachy Head Lighthouse

Pevensey Castle

Old House

Neuer Tag, neues Wetter und in diesem Fall satt! So ging unsere Reise nun vorbei an Dover, mit Blick auf Calais, nach Ramsgate in der Grafschaft Kent. Falls einer der aufmerksamen Leser hier einmal Station machen sollte, am besten dienstags – „Jam Night“ im Churchills Pub. Ein Tipp vom Hafenmeister, da der Heimweg ausschließlich bergab verläuft.
Feed the sailors

Contrast

Worüber redet man in England eigentlich am meisten, immer gern und das auch regelmäßig? Genau, über das Wetter. Wind von vorn, heiter bis wolkig, kein Regen, sehr angenehm. Und so nahmen wir nun Kurs auf Queenborough, unweit der Mündung der Themse. Vorbei an unzähligen Offshore-Windparks und in Begleitung vieler Frachter, einem Mondfisch, ein paar Seehunden und den Maunsell Forts ging es vorbei am Garrison Point in den Queenborough Harbour. Einfach „Sheppy One“ auf CH 8 anfunken, evtl. antwortet er. Für „Jam Night“ – Freunde ist diese Etappe wieder sehr zu empfehlen. Hier jeden Mittwoch im „The Old House of Home“. Wahrscheinlich ist das mit Ramsgate so abgesprochen.
Princes 8 and Windpark

Mounsell Forts

Weather very british

Nach einer ruhigen Nacht begaben wir uns auf die letzte Etappe mit Ziel London. Zeitlich war von Jan wieder alles penibel geplant, da es nur ein begrenztes Zeitfenster gibt, um bei Hochwasser die Schleuse zum St. Katherines Dock passieren zu können. Gino hat unterwegs noch einmal eine Charge seiner sehr leckeren Eierkuchen an Deck serviert, dazu einen guten Kaffee und ehe wir uns versahen, war das Themse-Sperrwerk passiert, der Null-Meridian überquert und die Schleuse bereits offen für uns. Punktlandung.
Nach einer eher ruhigen Woche weiss man hier sofort, was man nicht vermisst hat. Ein solider Grundlärmpegel einen Steinwurf von Tower und Londonbridge entfernt – willkommen zurück in der Zivilisation bzw. was wir als solche bezeichnen.
Fine Pancakes by Gino

Thames Barrier

Greenwich

Locks St. Katharines Docks

Tags: , , , , , , , ,

Noch keine Kommentare.

Jetzt einen Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

+